Sand, Kies, Anstiege

Ein Wandertag am Meer, hört sich super an. Ist es aber meistens nicht so. Von allem dann nicht, wenn es deutlich länger wird als ein Spaziergang, zum Beispiel deutlich weiter als 20 Kilometer bei einer rund 27 Kilometer langen Tageswanderung von Eckernförde nach Dänisch Nienhof entlang der Ostsee. Ich sag‘ mal so: Nach den ersten zehn Kilometern macht es keinen Spaß mehr und der Regen ist zumindest die ersten Stunden das kleinste Problem von allen.

Gehen am Strand ist eine Plage, zumal mit Gepäck (bei mir in Form eines Rucksacks). Jedes Mal, wenn der Wanderstiefel auf dem Boden steht und der Gehende sich abdrückt, trägt ihn die Kraftanstrengung nur ein Teil vorwärts. Ein nicht unbedeutender Teil der aufgewandten Kraft drückt den Schuh in den Grund. Da macht es keinen großen Unterschied, ob es sich um den Sand handelt, der an manchen Stellen die Eckernförder Bucht säumt, oder um feinen Kies, der weite Bereiche am Wasser entlang einnimmt.

Kindskopfgroße Steine

Getoppt wird das alles nur noch von größeren Steinen. Es gibt tatsächlich Felsen, die überstiegen werden müssen, manchmal auch ein großes Rohr, das ins Meer ragt und in dem wer weiß was in die Ostsee geleitet wird. Die sind aber nicht das Problem, da kraxelt man drüber und dann war’s das. Nein, sind ganze Geröllfelder aus rundgewaschenen Steinen mit einer Größe zwischen Männerfaust und Kindskopf. Man könnte sich bei jedem Schritt etwas brechen oder reißen oder die Wanderung sonstwie beenden.

Kies am Strand der Eckernförder Bucht
Kies am Strand der Eckernförder Bucht

Ein Hoch also auf die hohen Wanderschuhe, deren Sinn und Zweck zwischendurch schon mal in Frage gestellt wurde. Aber auch unverletzt hat sich diese Strecke ganz schön gezogen, am Ende waren es mehr als 27 Kilometer, davon rund 20 Kilometer direkt am Strand entlang. Und den Rest ging’s hoch und runter.

Kleine, giftige Anstiege

Hinter dem Strand erhebt sich fast überall an der Südküste der Eckernförder Bucht die Steilküste, irgendwo zwischen zehn und 40 Meter hoch. Und brandgefährlich, wenn man den Schildern trauen darf. Die muss der Wanderer also hoch und wieder runter. Und wieder hoch.

Jedes Mal ein paar Höhenmeter, die sich am Ende auf 250 summieren, was nicht besonders viel ist. Aber diese kurzen Anstiege sind steil, wenn es nur ein Pfad ist, mitunter rutschig. Mein Telefon hat am Ende des Tages 74 erklommene Stockwerke ausgewiesen, was deutlich mehr war als erwartet.

Zum Ausgleich war dafür die nächste Etappe von Dänisch Nienhof nach Kiel deutlich entspannter. Zwar führte der Weg da auch erst einmal am. Strand entlang und dann wirklich gefährlich knapp zwischen Abbruchkante und Stacheldraht einer Weide, aber nach ein paar Kilometern ging’s dann ins Landesinnere.

Das Video zeigt einen netten Abschnitt mit einem Single-Trail-Wanderweg auf dieser Etappe kurz vor dem Nord-Ostsee-Kanal.

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