Die ersten drei Tage auf dem E1

Drei Tage auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 gewandert, knapp 80 Kilometer sind geschafft und geregnet hat es zwischendurch auch einmal. Zeit für ein erstes schnelles Fazit, geschrieben „on the road“ sozusagen. Wie’s läuft? Ausgesprochen gut. Kleinere Probleme bleiben nicht aus, aber die lassen sich leicht lösen. Nachfolgend ein paar Beobachtungen und Gedanken.

Anreise, die Bahn und ihre Verspätungen

Wer mit der Deutschen Bahn unterwegs ist, kann was erzählen und natürlich könnte ich auch erzählen, wie schon die Anreise in den Norden am Hauptbahnhof in Karlsruhe stockte, weil der „Lokführer auf den Fahrplan wartet“. Das hat er eine halbe Stunde lang getan und natürlich war dann der Anschlusszug in Pinneberg weg. Von Hamburg Hauptbahnhof bis Pinneberg fahren gerade keine Züge wegen Baustelle, nur S-Bahnen, aber naja, Ziel mit einer Stunde Verspätung erreicht.

Blöd wird’s dann allerdings am Montagmorgen, denn da haben ein paar Minuten Verspätung gereicht, dass ich den Bus, mit dem ich nach Flensburg fahren wollte, nur noch von hinten gesehen habe. Eine Stunde warten, eine Stunde zu spät am Startpunkt. Hat mich auch nicht aus der Bahn geworfen, aber ärgerlich ist es allemal. Zumal dann ja gleich die erste 25-Kilometer-Wanderung anstand.

Wander-Berg-Feeling

Diese erste Etappe von er dänischen Grenze nach Oeversee hat für mich überraschend gut geklappt, ich habe ziemlich euphorisch das Ziel erreicht und eine kleine Blase an einem Zeh habe ich mir erst auf der zweiten Etappe geholt (nach der heutigen dritten Etappe kann ich berichten, dass sie unter dem Blasenpflaster nicht weiter stört).

Was mich ein wenig überrascht hat, sind die Anstiege, vor allem die erste Etappe durch Flensburg hatte es in sich. Da geht es nämlich mal eben ein paar hundert Treppenstufen aufwärts. Norddeutschland ist ja bekanntlich Flachland, aber die letzte Eiszeit und ihre Gletscher haben einige Moränen hinterlassen. Also große Geröll- und Gesteinsmassen, die eiszeitliche Gletscher vor sich hergeschoben haben. Und die liegen auch heute noch in der Landschaft herum. Nun war das keine Überraschung, aber man kann auf so einer Tagestour doch einiges an Höhenmetern ansammeln. Das Beispiel zeigt Höhe (Lila) und Geschwindigkeit (Blau) bei meiner ersten Etappe.

Beim Abgang von der einen oder anderen Moräne habe ich mir vermutlich auch die Blase geholt, weil ich – natürlich – im norddeutschen Flachland die Wanderschuhe nicht besonders fest geschnürt habe. Ich handhabe das auch weiter so, das ist einfach ein bisschen bequemer und irgendwann kommen ja auch noch richtige Berge.

Die Verpflegung drückt

Was tatsächlich ein wenig Probleme macht, ist mein Rücken. Drei volle Jahrzehnte Schreibtischarbeit haben ihre Spuren hinterlassen und so merke ich dann immer nach einigen Stunden, dass der Rucksack doch ein wenig schwerer wird, als das Morgens beim Losgehen der Fall ist. Vor allem wenn ich noch Verpflegung für unterwegs für ein paar Tage eingeladen habe und ausreichend Getränke mitschleppe, werden aus den zehn Kilogramm Rucksack schnell zwölf Kilogramm oder vielleicht noch ein wenig mehr.

Ich habe unterwegs beim Gehen ja Zeit und ein wenig an den Einstellmöglichkeiten rumgespielt und bin darauf gekommen, dass der Schlüssel wohl der Beckengurt ist. Den einfach ein wenig straffer anziehen entlastet die Schultern und damit den Rücken ungemein. So geht’s dann eigentlich auch.

Erstes Fazit

Nach drei vollen Wandertagen kann ich als Fazit ziehen, dass es nicht anspruchsvoller ist als gedacht und dass ich Abends ziemlich gut schlafe. Klar, wer stundenlang an der frischen Luft ist, hat auch keine Einschlafprobleme. Mit einem halben Nachmittag Regen war außerdem das Wetter ausgesprochen gut. In den nächsten tagen soll es wechselhaft bleiben, aber das sollte dann kein Problem sein. So lange hier nicht ein stürm losbricht während ich noch in Küstennähe bin, erwarte ich keine Probleme.

Es macht nach wie vor großen Spaß und ich freue mich schon darauf, auf den kommenden 1820 Kilometern noch mehr vom Land zu entdecken.

2 Kommentare

  1. Top Leistung für den Anfang! Weiter so!

  2. Das der Hüftgurt ein wichtiger Faktor für den Rucksack ist kennt eigentlich jeder Wanderer. Das hat mir immer bei der Auswahl von einem Fotorucksack geholfen und hat sich dann auch auf meinen Fototouren bewährt. Darum hab ich relative geringe Beschwerden wenn ich immer mit Monster-Fotorucksack unterwegs bin.

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