Den ganzen Tag draußen in der Natur, da gibt’s doch das eine oder andere Tier zu sehen. Oder etwa nicht? Tatsächlich habe ich in den vergangenen acht ‚Tagen vor allem Vögel gesehen und gehört. Ein Zaunkönig und große Gruppen von Reihern und Graugänsen waren darunter, Möwen klar, ich bin hier in Schleswig-Holstein unweit der Küste. Schwäne, einen Storch, Reiher (einer davon tot im Wald), Kraniche in großen Mengen, dazu die üblichen Verdächtigen wie Bussarde, Falken, Kleiber, Rotkehlchen, Amseln und Meisen aller Couleur. Gefiederte Freunde sind hier einige unterwegs.
Und dann war da ja noch dieses seltsame Tier auf einem Holzstamm, ebenfalls aus Holz geschnitzt und sehr bunt bemalt (siehe Bild). Geschnitztes Getier begegnet Wanderern immer wieder. Wenn’s schon wenige Wildtiere gibt, dann wenigstens das.
Katzen? Fehlanzeige
Aber ansonsten? Gibt es in Schleswig-Holstein überhaupt eine nennenswerte Katzenpopulation? Die wenigen Hauskatzen, die ich unterwegs gesehen habe, lassen sich an den Fingern einer Hand abzählen. Und im Umkehrschluss gefragt: Kämpft Deutschlands nördlichstes Bundesland mit einer Mäuseplage? Maulwürfe scheint es jedenfalls Zuhauf zu geben. Kaum eine Wiese, die nicht mit Maulwurfshügeln übersät ist.

Aber um mal bei den Tieren zu bleiben, die ich auch wirklich gesehen habe. Hunde nehmen auf jeden Fall Platz eins ein, angeleinte Hunde sind dabei die Ausnahme, auch dort wo ausdrücklich Leinenpflicht herrscht. Wie hinlänglich bekannt ist nicht der Hund das Problem, sondern der zugehörige Mensch. Und sagen wir mal so, die wenigsten Hunde hören auf das, was ihnen gesagt wird. Also zumindest die, die mir auf den Wanderwegen begegnet sind.

Platz zwei unter den häufigsten Tierarten nehmen zweifelsfrei Pferde ein. Als Süddeutscher bin ich echt überrascht, wie viele Pferde es hier im Norden gibt. Der Wanderweg hat auch mindestens einmal über eine Pferdekoppel geführt (und einmal über eine Wiese, die aussah wie eine verlassene Koppel). Obwohl da Action war sind mir die Vierbeiner immerhin nicht zu nahe gekommen und ich bin folglich auch nicht unter die Hufe gekommen.
Pferde scheint es quasi überall zu geben und wenn sie gerade nicht zu sehen sind, dann sind da ihre Hinterlassenschaften. Alle paar Meter liegt mittig auf jedem nicht asphaltierten Wanderweg ein Pferdehaufen und wenn ausnahmsweise mal keiner im Weg liegt, dann ist der Weg von Pferdehufen umgegraben. Vor allem wenn es mal regnet, dann macht das dem Wanderer das Weiterkommen schwer. Zumindest dann, wenn Wandernde nicht knöcheltief im Morast einsinken wollen.
Erstaunlicherweise ist die Zahl der Kühe dagegen sehr gering. Möglicherweise liegt das am Wetter, noch ist es wechselhaft und mitunter ziemlich frisch. Vielleicht müssen die Rinder noch im Stall besseres Wetter abwarten?
Was ich tatsächlich an Wildtieren gesehen habe sind einige Feldhasen und ein einziges Reh! Eines! In mehr als zwei Wochen an der frischen Luft, das ist schon etwas dürftig. Zumal Zäune im Wald keine Seltenheit sind, da scheinen Jungpflanzen vor Rehen, Damwild etc. geschützt werden müssen.

Ob und wann ich noch ein paar Wildtiere zu Gesicht bekomme? Who knows? Auf jeden Fall werde ich weiter mit offenen Augen durch die Landschaft gehen und wer weiß, vielleicht gibt’s igendwann doch noch das eine oder andere Tier zu entdecken.

Wir hatten hier kürzlich rund 100 Rinder auf der Bundesstraße. Mangelt nicht überall in SH an Kühen 😄