Die Richtung ist entscheidend

Wie darf’s denn sein, von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord? Die Europäischen Fernwanderwege sind in beide Richtungen ausgeschildert und das trifft auch auf den E1 zu, das heißt, die Wege können in beide Richtungen begangen werden. Welches ist also die bessere Richtung?

Spontan zeigt der Finger wohl in Richtung Norden: da lang! Vor allem im Frühjahr, denn während an der Küste noch Stürme wüten können, beginnt im Süden Deutschlands schon der Frühling, meist mit angenehmeren Temperaturen, weniger Wind, Regen und Schnee. Wer also im Süden beginnt und die Tour auf dem E1 an der Küste beendet, geht mit dem Frühling. Und dann stehen die Chancen besser, an der Küste schönes Wetter zu haben. Diese Richtung hat nur ein Problem. Es ist ein geographisches Problem.

Der Schwarzwald ruft

Klar ruft er, mit dem Feldberg als höchsten Gipfel auf dem deutschen E1-Teil. 1277 Meter hoch ist der Feldberg und damit außerdem der höchste deutsche Gipfel außerhalb der Alpen. Der Schwarzwald hat es in sich, der E1 folgt hier dem Westweg zwischen Feldberg und Pforzheim und zwischen Feldberg und Bodensee dem Schwarzwald-Querweg. Höhenmeter en masse, steile und lange Aufstiege folgen auf ebenso steile Abstiege.

Training vor den Bergen

Und damit ist auch das Problem beim Namen genannt: Auf und Ab, Höhenmeter entweder hoch oder runter oder erst das eine und dann das andere. Das erfordert ein gehöriges Maß an Kondition, Schwarzwald-Etappen können locker 1500 Höhenmeter in sich haben. Und genau das ist der Punkt, der für die Richtung von Nord nach Süd spricht.

Denn die Wanderung beginnt in der Nord-Süd-Richtung in der norddeutschen Tiefebene, wo es bekanntlich keine großen Berge gibt. Erstmals wirklich bergauf geht es erst nach der Durchquerung von Hamburg im Weser Bergland, bevor dann weiter südlich in die Mittelgebirge gibt.

Meine Wanderrichtung hat also einen ganz praktischen Grund: Training. Ich will erst einmal ein paar Kilometer geschafft haben, bevor ich mich die ersten Berge hochquälend muss. Und deshalb freue ich mich dann auf den Schwarzwald zum Ende der Tour. Dafür wird’s dann vermutlich einige Grad kälter beim Start.

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