Generalprobe im Elsass

Für jede große Unternehmung empfiehlt es sich, eine Generalprobe zu machen. So richtig mit Kostümen, Musik und allem drum und dran, in meinem Fall mit allem Gepäck. Die hat stattgefunden, es sind rund 28 Kilometer geworden und als Örtlichkeit habe ich mir Frankreich ausgesucht, genauer das nahe Elsass. Denn sowohl was die Erhebungen angeht (fast keine), als auch was die Wegbeschaffenheit (viel Asphalt, einiges an Schotter) betrifft, entspricht das ziemlich genau den ersten Etappen des E1 im Norden Deutschlands.

Flachland im Norden

In Norddeutschland geht es flach los, die erste Etappe hat nicht einmal 100 Höhenmeter, die zweite vorgeschlagene Etappe, von Oeversee nach Schleswig, kommt auch nur auf rund 300 Höhenmeter. Klar, Norddeutschland ist flaches Land, ich habe mich also mal umgesehen, wo es hier in der Gegend ähnlich ist und bin auf den Wald bei Haguenau im Elsass gekommen. Rundtour geplant, losgefahren und am Morgen losgegangen. Wie’s lief? Ordentlich.

Es gibt aber ein paar ganz wichtige Erkenntnisse, die ich bei dieser Probetour gesammelt habe. Los ging das schon beim Packen: Mein Rucksack ist randvoll. Wenn die Winter-Regenjacke mit drin ist, ist er voll. Ob noch was weg kann? Eher nicht, ich habe sehr sparsam gepackt, aber für vier Wochen on the Road braucht es halt mehr als für einen Wochenendausflug. Ich werde trotzdem nochmals durchforsten, ob irgend etwas weg kann. Mit Getränk wiegt der Rucksack jedenfalls etwa 10,5 Kilogramm. Das ist nicht zu schwer, aber jedes halbe Kilo weniger wäre auch ein Gewinn.

Allerdings: Das Tragen war kaum ein Problem. Klar, über die Stunden wird der Rucksack nicht leichter und am Abend habe ich meine Muskeln im Bereich Schulter und Nacken schon gespürt. Am nächsten Morgen war das aber weg, hätte also direkt weiter gehen können.

Pausengelegenheiten

Zum Rucksack schreibe ich bei anderer Gelegenheit nochmal was im Detail. Mein anderes „Problem“, das nicht wirklich eines ist, ist die Achillessehne. Aber auch da gab’s Entwarnung, kein ernstes Problem, auch nicht am nächsten Morgen. Was tatsächlich eine Rolle spielen wird auf meiner Wanderung auf dem E1 von Flensburg nach Konstanz ist, wie ich das Gehen einteile, um mich nicht zu überlasten.

Wanderrucksack lehnt an einem Baumstumpf
Wanderrucksack lehnt an einem Baumstumpf

Und das wird eine Frage der Pausen. Bei meiner Rundtour gab’s einige Gelegenheiten, aber keinen Unterstand und keine Sitzbank, nur Baumstümpfe als Sitzgelegenheit. Was kein Problem ist, auch wenn Anlehnen auch mal nett sein kann. Was bei diesen Wanderungen in der Heimat immer dazu kommt, ist er Zeitverlust durch An- und Abreise oder bei Wanderungen von zu Hause aus das Ausschlafen und Trödeln am Morgen. Unterwegs entfällt das. Wenn es um 8 Uhr Frühstück gibt, dann ist Abmarsch um 8.30 Uhr. Und dann kann der Tag lang werden, das heißt, es gibt viele Gelegenheiten auch für längere Pausen.

Kleine Probleme bei der Etappenplanung

Dennoch hadere ich ein bisschen mit der Einteilung der ersten Etappen. Am ersten Tag geht es von der dänischen Grenze nach Oeversee, etwa 25 Kilometer, am zweiten Tag kommen gleich 30 Kilometer nach Schleswig dazu. Jetzt kann ich ja meine Etappen selbst einteilen, aber was Übernachtungsmöglichkeiten betrifft, ist das Angebot im Binnenland Schleswig-Holsteins eher überschaubar. Hotels und Pensionen sind rar und kaum jemand vermietet eine Ferienwohnung für nur eine Nacht. Ich werde die nächsten Tage nochmal intensiv danach suchen.

Die ersten beiden Etappen es E1 in Deutschland
Die ersten beiden Etappen es E1 in Deutschland

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert